Uckermark Kirchen von A - Z

St. Jacobi-Kirche in Prenzlau

Die St. Jacobi-Kirche gehört zum Pfarramt Prenzlau im Kirchenkreis Uckermark.

Prenzlau (Stadt Prenzlau) auf der kommunalen Home der: Stadt Prenzlau

Prenzlau auf der: Google Maps Satellitenkarte

Information zur evangelischen St. Jacobi-Kirche in Prenzlau

An der Schnittstelle alter Verkehrs- und Handelsstraßen (nach Norden: Neubrandenburg/ Greifswald; nach Nordosten: Stettin, nach Südwesten: Berlin) wurde diese Feldsteinkirche in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut.

Nach alter Überlieferung soll sich an diesem Ort ursprünglich einmal ein alter Tempel befunden haben, der dem dreiköpfigen Gott der Wenden (Ostseeslaven), Triglav, geweiht war. Ein Bild jenes dreiköpfigen Kriegsgottes kann man in Stettin, das nur rund 70 km entfernt ist, sehen.

Prenzlau und Stettin verbindet die so genannte via regia (Hauptstraße), an deren Stettiner wie auch Prenzlauer Ende sich eine St. Jacobi-Kirche befindet. Das könnte dafür sprechen, dass hier, ähnlich wie im Süden Deutschlands, einstmals ein alter Pilgerweg zum bekanntesten Wallfahrtsort des Mittelalters, Santiago de Compostela in Nordspanien, verlief. Gleichsam als Reisestationen säumten jene Kirchen den Pilgerweg, die Jacobus, dem Älteren (einem der 12 Jünger Jesu), der Legende nach in Santiago de Compostele begraben sein soll, geweiht waren und der nach Maria als der bedeutenste Heilige Europas verehrt wurde. Bei der Zerstörung dieser Kirche verbrannte auch die alte Figur des Jacobus mit den für ihn typischen Zeichen (Pilgerkleideung - Hut, kurzer Mantel, Wanderstab, Umhängetasche und Muschel).

Da die anderen alten Stadtkirchen St. Sabinen (am Unteruckersee, außerhalb der ursprünglichen Stadtmauer gelegen; nach baulichen Mängeln bedingt durch Überschwemmungen, zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgetragen und neu errichtet), die alte Nikolaikirche (nach der Reformation dem Verfall preisgegeben; es steht nur noch der Turm) und das Wahrzeichen der Stadt, die zweitürmige St. Marienkirche (ein herausragendes Beispiel norddeutscher Backsteingotik, in ihrer jetzigen Gestalt 1340 fertig gestellt) in den vergangenen Jahrhunderten entweder verfielen oder umgebaut worden, ist die Feldsteinkirche St. Jacobi, trotz ihrer Kriegswunden, ihrer äußeren Gestalt und baulichen Sustanz nach heute die älteste genutzte christliche Kirche der Stadt.

Am 27.April 1945 wurde durch durchziehende sowjetische Truppen die St. Jacobi-Kirche angezündet und so bis auf die Grundmauern zerstört. Über 85% der Stadt fiel damals in Schutt und Asche. Bis heute kann deshalb die Gemeinde nur etwa die Hälfte der Kirche nutzen. Mit der Modernisierung 1986 entstand ein zeitgemäßer Kirchraum, der für vielfältige Veranstaltungen ganzjährig genutzt wird. Im August 1989 wurde aus Anlass der 50. Wiederkehr des Kriegsausbruches ein Fernsehgottesdienst für die ARD aufgezeichnet. 1997 fand erstmalig in einer Kirche eine Sportveranstaltung - ein Benefiz-Bogenturnier - statt. 1999 konnte in einjähriger ehrenamtlicher Arbeit ein Sanitär- und Küchentrakt eingebaut werden. Das Kirchenschiff ist ganzjährig durch eine moderne Umluftheizung auf Zimmertemperatur nutzbar. Eine Bühne kann in kurzer Zeit aufgebaut und die Fenster vollständig verdunkelt werden. So ist St. Jacobi ein zeitgemäß und vielfältig nutzbarer Kirchraum.

Eine vollständige Außensanierung der Kirche unter Einschluß des Turmes, der Dacheindeckung und des Einbaus eines 120 m² Gemeindesaals im ehemaligen Chorraum, würde jedoch schätzungsweise 4 Millionen Euro kosten. Wie in den zurückligen 50 Jahren versucht die Kirchengemeinde, soweit es die eingehenden Spenden zulassen, schrittweise diesen Wiederaufbau durchzuführen. Eine Aufgabenstellung für den neuen Turm wurde erstellt und ist in der Kirche ausgestellt. Die Kosten für die Umsetzung belaufen sich auf ca. 1,3 Millionen Euro. Ohne fremde Hilfe wird das jedoch noch viele Jahrzehnte dauern. In der Kirche finden Sie weitere Informationen über diese Kirche und die Kirchengemeinde.

Die St. Jacobi-Kirche ist das Zentrum der mitgliederstärksten Kirchengemeinde der Stadt. Mehr als die Hälfte der evangelischen Christen Prenzlaus gehören zu ihr. Heute sind noch 12% der Einwohner der Stadt evangelisch. Quellenangabe: Informationen im Aushang an der Kirche, von der evangelischen Gemeinde der St Jacobi-Kirche.

Informationen siehe auch auf Seiten vom: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
- Verein Pro Jacobi Prenzlau e.V.: Adressen / Prenzlau
- Nordkurier vom 12. Mai 2014: Fest in der zweifarbigen Kirche

Homepage des "Verein Pro Jacobi Prenzlau e.V." www.projacobi-prenzlau.de

► zur Fotoseite | ▲ nach oben

W3C valides: XHTML 1.0 Strict + CSS 2.1