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Dorfkirche in Groß Fredenwalde

Offene Kirche: Adressen und Öffnungszeiten beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg

Die Kirche Groß Fredenwalde gehört zum Pfarramt Gerswalde im Kirchenkreis Uckermark.

Groß Fredenwalde (Gemeinde Gerswalde) auf der kommunalen Home vom: Amt Gerswalde

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Information zur evangelischen Kirche in Groß Fredenwalde

Baugeschichte

Die Dorfkirche in Groß Fredenwalde ist ein mittelalterlicher Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts, gebaut durch die Herren von Stegellitz. Im Dreißigjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen, hat sich dennoch die Renaissanceempore aus dem Jahr 1583 als Zeugnis einer frühen Umgestaltung des Kirchenraums bewahrt.

Eine weitere große Umbauphase unter Alexander Magnus von Arnim erfolgte im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts mit dem Bau eines dreigeschossigen Kirchturms über der neu aufgerichteten Westwand, der Wiederherstellung der Sakristei, der Vergrößerung der Fensteröffnungen und dem Bau neuen Gestühls und eines neuen Altars.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der dreigeschossige Fachwerkturm mit drei Strebepfeilern an der Westwand statisch gesichert. Der schlechte bauliche Zustand des Turms erforderte im Jahr 1960 die Abnahme des obersten Turmgeschosses und den Rückbau der übrigen Turmkonstruktion bis auf den inneren Glockentunn, der außen eine Verbreiterung erhielt.

Mit diesem Erscheinungsbild präsentiert sich die Kirche auch heute noch - sehr stattlich inmitten des Ortes auf einem Hügel gelegen und nordwestlich gerahmt vom Burgwall.

Der Kirchenraum schließt mit einer flachen Balkendecke ab. Darüber befindet sich das barocke Dachtragwerk als Kehlbalkendach mit liegendem Stuhl. Decke und Wandflächen sind getüncht. An den Wänden haben sich Weihekreuze und mittelalterliche Wandmalereien erhalten, in der Ostwand zwei Sakramentsnischen. Die Umgestaltung des Innenraums mit neuem Kanzelaltar und Kastengestühl erfolgte im 18. Jahrhundert.

Die Instandsetzung der Kirche

Nachdem Anfang der 1990er Jahre eine statische Notsicherung des Turms vorgenommen wurde, begann die Instandsetzung der Kirche doch erst im Jahr 2004 mit den Sanierungsarbeiten am Kirchenschiffdach. Die Instandsetzung des Turms, der Fassaden und der Fenster sowie die Ausmalung des Innenraums schlossen sich in den Jahren 2005 und 2006 an.

Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, der Gemeinde Gerswalde, des Kultur- und Heimatvereins Groß Fredenwalde e.V., des Landkreises Uckermark, des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz sowie der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland.

Die Empore

Die Empore auf der Westseite ist wohl das bedeutendste Ausstattungsstück der Groß Fredenwalder Kirche. Eine Inschrift auf dem vorderen Rähmbalken belegt das Erbauungsjahr 1583: "Nach Christi unsers einigen Erlösers Geburt tausent fünfhunderdt der Minderzahl im 83 Jahr ist dis Chor gebawet worden durch einen Zimmernann Gotschalk genant aus Befurderung dero Zeit gewesenen Gottesleute Gorges Eilebaums undt Jochim Gisen"

Mit dem Einbau der Orgel im 19. Jahrhundert wurde die Brüstung der Empore umgebaut. Da die Orgel nach dem 2. Weltkrieg entfernt wurde, wurde die Emporenbrüstung durchgehend in ihrer originalen Höhe wiederhergestellt.

Der Altar

Der aus dem Jahr 1708 stammende Kanzelaltar entstand im Zuge der Umgestaltung der Kirche unter Alexander Magnus von Arnim. Der Kanzelkorb trägt in seinen Füllungsfeldern Bibelverse und wird flankiert von korinthischen Säulen. Die Seitenwangen sind verziert mit reichem Akanthuswerk. Die farbliche Fassung des Altars scheint noch die bauzeitliche, wie auch die der übrigen Einbauten.

Die Epitaphien

Unter dem mittleren Fenster der östlichen Außenwand befindet sich ein Gedenkstein für Alexander Magnus von Arnim. Das Epitaph aus Sandstein ist zu seiner Erinnerung als den Wiederhersteller der Kirche und des Ortes im 18. Jahrhundert entstanden.

Zwei weitere Grabdenkmale sind in der Kirche zu finden; das eine vor dem nördlichen Gestühlsblock für Georg Wilhelm von Amim und das andere vor dem mittleren Gestühlsblock verborgen unter einer Holzklappe für Cornelia Eva von Ihlenfeld, der zweiten Ehefrau von Alexander Magnus von Amim.

Der Opferstock

Vor dem südlichen Gestühlsblock in der Nähe des spätmittelalterlichen spitzbogigen Portals befindet sich ein Opferstock, der wie das Gestühl und der Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert stammt. Der Opferstock wurde früher zum Sammeln der Spenden (Opfer) verwendet.

Die Türen

Im dritten Bauabschnitt der Sanierung wurden die Fassaden des Kirchenschiffs überarbeitet. Während der Arbeiten wurde die Vermauerung der östlichsten Türöffnung der Südwand entfernt. Zum Vorschein kam die bauzeitliche Tür, die wie die anderen Türen repariert werden konnte.

Auch in der Sakristei gab es eine vermauerte Türöffnung, die von dort in den Kirchenraum führte. Die Kirchengemeinde entschloss sich, auch diesen Zugang für die künftige Nutzung der Kirche wiederherzustellen. Nach der Entnahme der beidseitigen Vermauerung wurde eine sehr alte spitzbogige Tür gefunden, die aber leider nicht repariert werden konnte. Eine neue Tür nach historischer Gestaltung schließt nun an ihrer Stelle die Öffnung. Die alte Tür wird in der Kirche aufbewahrt.

Der Innenraum

An Nord- und Südwand befinden sich Weihekreuze, die im Rahmen der Ausmalung des Innenraums restauratorisch gesichert wurden. Gefunden wurde außerdem eine flächenhafte Bemalung beider Wandflächen mit Rahmenlinien und floralen Ornamenten. Diese Bemalung ist unter dem jetzigen Anstrich erhalten geblieben und kann an einigen Stellen im Altarraum besichtigt werden.

Die Glocken

Eine kleine Stahlglocke aus dem Jahr 1879 tat bis zum Beginn der Sanierungsarbeiten ihre Pflicht. Durch einen glücklichen Umstand konnten vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. drei Bronzeglocken aus der Kirche in Hubbelrath gewonnen werden. Die mit 315 Kilogramm und 82,5 cm Durchmesser größte dieser drei Glocken kam durch das Engagement des Kultur- und Heimatvereins Groß Fredenwalde e.V. in unsere Kirche.

Die Glocke wurde im Rahmen der Turmsanierung in der Glockenstuhlebene eingebaut und klingt nun neben der alten Glocke zu allen feierlichen Anlässen.
 

Die Evangelische Kirchengemeinde Gerswalde

Seit der Gemeindefusion im Jahr 2001 gehören neben dem Ort Groß Fredenwalde auch die Orte Fergitz, Flieth, Friedenfelde, Gerswalde, Kaakstedt, Krohnhorst und Stegelitz zur evangelischen Kirchengemeinde Gerswalde. Sie bildet mit der Kirchengemeinde Kuhz, der die Orte Blankensee, Haßleben und Kuhz angehören, den Pfarramt Gerswalde. In diesem leben insgesamt ungefähr 1.000 Gemeindemitglieder. Regelmäßige Gottesdienste und andere Veranstaltungen werden hier organisiert. Das Gemeindeleben wird durch die zahlreichen und vielfältig gestalteten Gemeindenachmittage bereichert.

Nutzung der Kirche

Neben den regelmäßigen Gottesdiensten führte der Kultur- und Heimatverein Groß Fredenwalde e.V. bereits vor Beginn der umfangreichen Instandsetzungsarbeiten zahlreiche Veranstaltungen durch. So fand im Jahr 2004 die Groß Fredenwalder Fest- und Feuerwehrwoche statt, in dessen Rahmen Lesungen, eine Schüleraufführung und eine Kinoveranstaltung angeboten wurden. Konzerte im Rahmen der Uckermärkischen Musikwochen und des Dorfkirchensommers sowie das Konzert des Deutschlandfunks im Mai 2006 bereicherten die Nutzung der Kirche. Auch künftig soll die Groß Fredenwalder Kirche ein Ort der Begegnung und Kultur sein. Quellenangabe: Flyer zur Kirche Groß Fredenwalde von der Evangelischen Kirchengemeinde Gerswalde.

Informationen siehe auch auf Seiten vom: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
- Kultur- und Heimatverein Groß Fredenwalde e.V.: Adressen / Groß Fredenwalde
- Dorfkirche Groß Fredenwalde (Uckermark) Dorfkirche des Monats Juli 2003
- Offener Brief aus Groß-Fredenwalde gegen das Aus für das Investitionsprogramm "Kultur in den neuen Ländern"
- MOZ vom 14. Juni 2004: Schwamm, Pilze, Geldnot bedrohen Kirche Groß Fredenwalde
- Mitteilungsblatt November 2004: In Groß Fredenwalde begannen die Arbeiten zur Turmsanierung
- Uckermark Kurier vom 19. Juli 2005: "Stimme" für Dorfkirche eingetroffen
- Mitteilungsblatt Juni 2006: Klingende Geschenke für Kirchen in Küstrinchen und Groß Fredenwalde
- Uckermark Kurier vom 04. März 2011: Gemeinde sieht Taufengel schweben

Weitere Informationen zur Kirche Groß Fredenwalde siehe unter:
- Askanier-Welten / Mittelalterliche Dorfkirchen in der Mark Brandenburg Groß Fredenwalde
- Groß Fredenwalder Informationen - Kirche Groß Fredenwalde

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