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Dorfkirche "St. Peter und Paul" in Gandenitz

Offene Kirche: Adressen und Öffnungszeiten beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg

Die Kirche Gandenitz gehört zum Pfarramt Templin im Kirchenkreis Oberes Havelland.

Gandenitz (Ortsteil der Stadt Templin) auf der kommunalen Home der: Stadt Templin

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Information zur evangelischen Peter- und Paul-Kirche in Gandenitz

Das Kirchengebäude, die Peter- und Paul-Kirche zu Gandenitz, das nur allein dem heiligen Petrus geweiht war, ist ein rechteckiger Feldsteinbau mit querrechteckigem Westturm in Schiffsbreite aus der Mitte 13. Jahrhunderts und wurde von Zisterziensermönchen erbaut. Die Kirche, sie war auch Wehrkirche, liegt etwas erhöht inmitten des von einer Feldsteinmauer umgebenen kirchlichen Friedhofs. Teile der Feldsteinmauer, an der der Zahn der Zeit nagte, wurden durch Herrn Paul Krohn (1985/89) und durch ABM-Kräfte (1992) wieder aufgebaut.

Mehrere Modernisierungswellen veränderten auch die Kirche. Von den ursprünglich 3 spitzbogigen Fenstern, im Ostgiebel sind nach Veränderungen am Tragwerk des Dachstuhles nur die beiden äußeren erhalten. Das linke Giebelfenster wurde 2000 erneuert. Das kleine Medaillon aus dem Jahre 1653 zeigt die Kreuzigung Jesu nach einem Chranach-Holzschnitt. Das rechte Giebelfenster wurde 2001 erneuert. Seine Medaillonscheibe zeigt die Himmelfahrt Jesu Christi. Die Fenster auf Süd- und Nordseite wurden 1768 vergrößert und von 2004/2006 erneuert.

Die Kirche ist zwar sehr schlicht, beherbergt aber mit Glocke und gotischem Dachstuhl wahre Raritäten. Die Bronzeglocke im Fachwerkturm ist die zweitälteste Glocke im damaligen Kreisgebiet von Templin. Sie wurde 1567 in Stettin gegossen und hing vermutlich etwa 100 Jahre vor dem Turmbau in einem separaten Glockenstuhl vor der Kirche. Sie wurde 1988 dank einer Spende der Partnerkirche in Merzhausen im Breisgau mit einem elektrisch Läutewerk versehen.

Die Glocke trägt die Inschrift: "Gottes Wort bleibet in Ewigkeit. Im Jahre 1567. Jochigim Teskendorp (Glockengießer zu Stettin), Jochgim Kroger, Richter zu Templin, Michil Kaner, Jochgim Gninow, Gottesleute zu Gandenitz". Mit Hilfe der Kirchenglocke wurden die Dorfbewohner nicht nur zum Gottesdienst gerufen, sondern ihr weithin schallernder Klang regelte den Tagesablauf der Dorfbevölkerung, signalisierte aber auch Feueralarm und andere besondere Anlässe.

An der Holzbalkenkonstruktion des gotischen Dachstuhls kann man Zirnmermanns- und Handwerkskunst aus der Mitte des 17. Jh. bestaunen. 2001 wurde das Gebälk ausgebessert und das Dach neu mit Biberschwänzen eingedeckt, Blitzschutz und Elektrik neu installiert. Auch der Vorbau bekam 2001 ein neues Dach. Die Kirche erhielt in der 2. Hälfte des 17. Jh. einen Turm. Nach mehreren Reparaturen wurde 1731 ein Fachwerkturm mit offener Laterne errichtet.

Nachdem dieser nur etwa 100 Jahre hielt, bekam er mit einem Zeltdach 1834 seine heutige Form. 2002 musste der Turm wegen Baufälligkeit gänzlich abgetragen und neu aufgebaut werden. Der alte Wetterhahn wurde vom Turm auf den Ostgiebel umgesetzt und der neue Turm wurde mit Kugel und Hahn am 20.10.2002 neu bekrönt. So zieren die sonst schlichte Kirche 2 Wetterhähne.

Vom einstigen Kanzelaltar aus dem 17. Jh. ist leider nur noch der Kanzelkorb erhalten. Mit ionischen Säulen geschmückt, in 3 Feldern mit Grisseillemalerei (grau in grau und in der Uckermark äußerst selten). Im ersten Feld ist Christus auf dem Meer, im zweiten Petri Fischzug, im dritten predigt Johannes. Das vierte ist blau übermalt und alles wartet auf eine Restaurierung.

Ebenfalls aus dem 17. Jh. sind das einfache Gestühl, der Taufstein und die Empore. Das große Bild an der Südwand schmückt seit 2004 den Kircheninnenraum. Es zeigt die Apostel Peter und Paul (im Hintergrund die Silhouette von Gandenitz), nach denen die Kirche benannt ist. Das Bild mit dem segnenden Christus über dem Altarraum stammt aus dem Jahre 1873 und verdeutlicht, dass sich auch hier viele Generationen von der Taufe bis zum Lebensende unter den Segen Gottes gestellt haben und stellen. 1887 baute Friedrich Kienscherf aus Eberswalde die Orgel, welche zuletzt 2002 überholt wurde. Besonders festlich wurde am 17. Mai 1987 in der Kirche, das 1OO-jährige Jubiläum der Orgel gefeiert. Quellenangabe: Informationsflyer "Dorflehrpfad Gandenitz (1995) vom Fremdenverkehrsverein Templin. Quellenangabe: Informationsflyer "Kirchenführer durch die Feldsteinkirche Peter & Paul Gandenitz".

Informationen siehe auch auf Seiten vom: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
- Freundeskreis Feldsteinkirche Peter und Paul Gandenitz e.V.: Adressen / Gandenitz
- Mitteilungsblatt "Alte Kirchen", Dezember 2000: Der Turmhelm darf nicht fallen
- zur Peter-und-Paul-Kirche Gandenitz (2001) Bilder und Informationen
- Bericht von einem Benefizkonzert in Gandenitz
- Bericht vom 21.03.2002: 67.000 Euro zur Kirchturm-Sanierung
- NK / Templiner Ausgabe vom 29.11.2002: Gandenitzer Kirche "Peter und Paul" fast fertig saniert
- Ruinen und Perlen: Eine Exkursion mit kirchengeschichtlicher Neugier

Weitere Informationen zur Kirche Gandenitz siehe unter:
- Askanier-Welten / Mittelalterliche Dorfkirchen in der Mark Brandenburg Gandenitz

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