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Pfarrkirche "St. Marien auf dem Berge" in Boitzenburg

Offene Kirche: Adressen und Öffnungszeiten beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg

Die Kirche Boitzenburg gehört zum Pfarramt Boitzenburg im Kirchenkreis Uckermark.

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Information zur evangelischen Kirche "St. Marien auf dem Berge" in Boitzenburg

An markanter Stelle, auf dem zentral im Ort gelegenen "Kirchberg" errichtet, ist die Boitzenburger Kirche mit ihrem 47 m hohen Turm schon von weitem zu sehen. Von oben betrachtet sehen wir auf eine Kreuzkirche. In der Kirche treffen wir aber auf keine Kreuzform, sondern auf vier voneinander getrennte Räumlichkeiten. Das zeigt an, die Kirche hat eine lange Baugeschichte. Im Zentrum steht natürlich das Kirchenschiff (im Ursprung aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts).

Der erste Anbau war der Turmbau an der westlichen Seite (um 1600, darauf verweist der Merian-Stich um 1650, Mitte 18. Jh. erfolgte eine Aufstockung, die Wetterfahne trägt die Innenschrift "A.W.v.A. 1767"). Die zweite Erweiterung erfuhr das Kirchenschiff durch den Chorschluss mit seinen Wappenfenstem um 1700 in Richtung Osten. Die dritte Erweiterung erfolgte im Süden (18. Jh.) durch die Patronatsloge. Die vierte Erweiterung findet sich im Norden in der sog. Winterkirche (um 1840).

Der Altar (vermutl. 1718 von Bekmann) wird geprägt von den acht schlanken korinthischen Säulen mit einer Baldachinbekrönung, darauf das Gottesauge und zwei Engel. Der Altar wird umgeben von den Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier), Johannes (Adler), Moses (Gesetzestafeln) und Johannes dem Täufer (Lamm). Am Altartisch, von Adlerklauen getragen, findet man an den Seitenwänden Darstellungen der Beschneidung, der Taufe von Jesus, des Abendmahls und einer feierlichen Tafelrunde.

Die Kanzel stammt ebenfalls aus der Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Korb wird von Figuren getragen, die Hoffnung und Liebe darstellen. Das Relief zeigt Jesus predigend auf dem See. Am Fuße ist das Doppelwappen Arnim - Schliben zu sehen. Die achteckige Taufe aus Eisenguss von 1841 ist an den Seiten mit Engelsreliefs besetzt und mit Lilienranken geschmückt.

Im Jahre 1770 besaß die Kirche eine Marx-Orgel, die 1849 durch eine Orgel des renommierten Berliner Orgelbaumeisters Carl-August Buchholz mit zwei Manualen, Pedal und 14 Registern ersetzt worden ist. Wenn dem Holzwurm nicht bald Einhalt geboten wird, droht ihr der weitere Verfall. Buchholz-Orgeln finden wir u.a. in Barth und auch im Greifswalder Dom.

Neben der Kanzel befindet sich das Grabmal für Georg Dietloff von Arnim. Er wurde 1679 geboren und wurde schon in jungen Jahren auf den Staatsdienst vorbereitet. 1738 berief ihn der preußische König Friedrich Wilhelm I ins Ministerium und verlieh ihm die Würde eines Wirklichen Staatsministers mit Sitz und Stimme im Geheimen Rat. 1750 wurde er zum Dirigierenden Minister und General-Postmeister in das Generaldirektorium berufen. Zugleich wurde ihm in Anerkennung seiner Leistungen der höchste preußische Orden, der Schwarze Adler-Orden, verliehen. 1753 verstarb er.

Laut Inschrift wurde das Denkmal von seinen Söhnen in Auftrag gegeben. Der Sohn Dietloffs, Hof- und Kammergerichtsrat Abraham Wilhelm von Arnim, verfügte über enge Kontakte zum Berliner Hof und wird den Bildhauer, Johann Georg Glume, ausgewählt haben. Georg Dietloff wird hier in der Montur des Schwarzen Adler-Ordens dargestellt und trägt dazu den Johanniter-Orden. Der marmorne Schausarkophag vor dem Figurensockel wird links von einer Allegorie der Weisheit und rechts von einem trauernden Putto mit umgestürzter Lebensfackel und Totenkopf gerahmt.Quellenangabe: Informationen vom Pfarramt und Förderverein zur Kirche Boitzenburg.

Informationen siehe auch auf Seiten vom: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
- Förderverein St. Marien auf dem Berge zu Boitzenburg e.V.: Adressen / Boitzenburg
- Pfarrkirche St. Marien auf dem Berge in Boitzenburg Dorfkirche des Monats September 2005
- Bericht von einem Besuch in Boitzenburg am 5. Mai 2001
- Nordkurier / Templiner Ausgabe vom 10. Dezember 2002: Stiftung für St. Marien auf dem Berge
- Nordkurier / Templiner Ausgabe vom 05. Mai 2003: Sanierter Kirchturm ist ein Fest wert
- Uckermark Kurier - Templiner Zeitung vom 18.08.2004: Balkenköpfe nahezu in Serienproduktion
- Nordkurier / Prenzlauer Zeitung vom 07. Januar 2005: St.Marien liegt Boitzenburgern am Herzen
- Nordkurier / Prenzlauer Zeitung vom 06. Juni 2005: Aus Scherben entsteht Jungfrau Maria
- Mitteilungsblatt vom August 2005: Schüler gestalten ein Fenster für "St. Marien" in Boitzenburg

Weitere Informationen zur Kirche Boitzenburg siehe unter:
- Kirchengemeinde Boitzenburg / Kirche Boitzenburg www.kirche-boitzenburg.de
- Askanier-Welten / Mittelalterliche Dorfkirchen in der Mark Brandenburg Boitzenburg

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